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About BOS e.V.
Borneo Orangutan Survival
Die Regenwälder Borneos sind das Zuhause einer der faszinierendsten Arten unserer Erde – doch dieser Lebensraum schwindet täglich. Die Organisation Borneo Orangutan Survival e.V. (BOS) kämpft an vorderster Front für die Rettung, Rehabilitation und Auswilderung verwaister und verletzter Orang-Utans. Wir sind stolz darauf, diese lebenswichtige Mission zu unterstützen und gemeinsam für den Erhalt der biologischen Vielfalt einzustehen.
Rehabilitation und Rettungsstationen
340 Orang-Utans leben aktuell in den beiden BOS-Rettungszentren auf Borneo.
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Über 340 Orang-Utans, die meist schon als Säugling ihre Mutter verloren haben. Und die durch viel Glück einem Leben in Gefangenschaft entgangen sind. Orang-Utans, die mit uns Menschen 97 Prozent identische DNA teilen, kümmern sich bis zu acht Jahre um ihren Nachwuchs. Sie leben nicht in Familienverbänden, sondern durchwandern auf der Suche nach Nahrung meist allein die Regenwälder Borneos. Nur Mutter und Kind bilden jahrelang eine feste Einheit. In dieser Zeit lehrt die Mutter ihr Kind alles, was es zum Überleben braucht: Wann und wo Nahrung zu finden ist, wie man an die Nahrung herankommt, wie man klettert und Schlafnester baut, wie man mit Artgenossen auskommt und welche Gefahren im Dschungel lauern. Allein zurücklassen würde eine Orang-Utan-Mutter ihr Kind nie. Die Waisen bei BOS haben ihre Mutter gewaltsam verloren.
In einem mehrjährigen Rehabilitationsprozess übernehmen bei BOS erfahrene Babysitterinnen die Aufgaben der toten Mütter. Im Waldkindergarten und in der Waldschule bringen sie den Orang-Utan-Kindern alles bei, was sie zum Überleben in Freiheit brauchen. Sie spenden Trost und helfen den oft traumatisierten Babys über den Verlust ihrer Mutter hinwegzukommen. Verletzungen und Krankheiten werden in den BOS-Tierkliniken von spezialisierten Tierärzten behandelt.
Nach erfolgreichem Abschluss der Waldschule, müssen sich die Waldmenschen auf den Vorauswilderungsinseln ein letztes Mal beweisen. Nur wer diese Prüfung erfolgreich meistert, ist bereit in einem geschützten BOS-Auswilderungswald ein neues Leben als wilder Orang-Utan in Freiheit zu beginnen.
BOS und Lebenswald
Orang-Utans sind vom Aussterben bedroht. Ihr Lebensraum, die
tropischen Regenwälder auf Borneo und Sumatra, wurden in den vergangenen
Jahrzehnten zu großen Teilen zerstört
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Für Palmöl, Papier und Tropenhölzer oder um Bodenschätze abzubauen. Zerstört wurde aber nicht nur der Lebensraum der größten baumbewohnenden Säugetiere und tausender weiterer Regenwaldbewohner, sondern auch ein großer Teil der grünen Lunge unseres Planeten.
BOS schützt, rettet und rehabilitiert Orang-Utans und wildert sie in geschützte Regenwaldgebiete aus. Aber nicht nur das. BOS schafft auch neuen Regenwald. Auf 70.000 Hektar degradiertem Torfmoorboden forsten wir Stück für Stück, Hektar für Hektar wieder auf und schaffen so neuen „Lebenswald“. Mawas, wie das Gebiet heißt, wurde in den neunziger Jahren für ein gewaltiges Reisprojekt abgeholzt. Zusätzlich wurde der Torfmoorboden – ein enormer CO2-Speicher – durch kilometerlange Kanäle trockengelegt, wodurch die gebundenen Klimagase nun nach und nach entweichen können. BOS baut in einem ersten Schritt Staudämme, die das Wasser nicht mehr abfließen lassen und den
Boden wieder vernässen. Erst danach kommen die Baumsetzlinge in den Boden. Die Arbeit ist dann noch lange nicht getan, denn die zarten Setzlinge werden über Jahre gehegt und gepflegt, ehe sie stark genug sind. Und eines Tages liefern sie Nahrung für Orang-Utans und viele andere Tiere.
Denn Orang-Utan-Schutz ist Regenwald- und Klimaschutz.
Fragen und Antworten
Mit unserer Arbeit setzen wir uns dafür ein, dass die Orang-Utan Population wächst, der Regenwald auf Borneo in seiner Artenvielfalt erhalten bleibt und Mensch und Klima davon profitieren. Zusammen mit der Lokalbevölkerung setzen wir Projekte zur nachhaltigen Gemeindeentwicklung um und forsten zerstörte Wälder wieder auf.
Wir setzen unsere eingeschränkten Ressourcen wirkungsvoll und fokussiert für den Schutz der endlichen Ressourcen unseres Planeten ein. Dabei stehen uns die scheinbar unbegrenzten Ressourcen derer gegenüber, die für den eigenen Vorteil in dramatischem Ausmaß Raubbau an der Umwelt und unserem Planeten betreiben.
Seit den 1990er Jahren wird der Regenwald vor allem für riesige Monokulturen abgeholzt. Mehr als 14 Millionen Hektar in Indonesien sind schon zu Palmölplantagen umgewandelt worden. Was wir tun können? Augen auf beim Shopping: Jedes zweite Produkt, das wir heute im Supermarkt kaufen können, enthält Palmöl. In Lebensmitteln muss es mittlerweile deklariert werden und lässt sich vermeiden. Bei Kosmetika oder Medikamenten wird es schwieriger, weil sich Palmöl dort oft hinter kryptischen Begriffen versteckt. Aber auch da gibt es Marken und Produzenten, die Wert darauf legen, palmölfrei zu sein und es gibt mittlerweile Produkte, die nachhaltig erzeugtes Palmöl verwenden. Entsprechende Hinweise stehen auf der Verpackung.
Um langfristig die Artenvielfalt und die Biodiversität zu erhalten, müssen wir zwingend den Lebensraum der Orang-Utans, den Regenwald, erhalten. Innerhalb von nur einer Generation wurden bereits 80 Prozent der indonesischen Regenwälder zerstört – und damit mehr als die Hälfte ihres natürlichen Lebensraumes. Für Orang-Utans bleibt da kein Platz zum Leben. Auf den Plantagen finden sie keine Nahrung, sie werden gejagt und oft auch getötet. Der Bestand der rothaarigen Menschenaffen ist seit 1900 um dramatische 91 % geschrumpft.
Die Langzeitstudie eines Teams aus 38 internationalen Institutionen hat zuletzt 2015 den dramatischen Rückgang der Orang-Utans auf Borneo belegt: Demnach hatte sich der Bestand allein auf der Insel Borneo innerhalb von 16 Jahren um fast 150.000 Tiere verringert! Die Forscher befürchten, dass bis zum Jahr 2050 nochmals 50.000 der Menschenaffen verschwinden. Es gibt wenige Ausnahmen von dieser Entwicklung. In Mawas, einem von uns betreuten Waldschutzgebiet, leben derzeit über 2.800 wildlebende Orang-Utans – eine der größten Populationen auf Borneo. Hier sind die Zahlen seit Jahren stabil. Einen positiven Trend gibt es lediglich in den Schutzgebieten, wo Orang-Utans ausgewildert werden – so auch in unseren. Orang-Utans leben nur auf den Inseln Borneo und Sumatra. Der Bestand der auf Sumatra lebenden Tiere ist mittlerweile auf rund 14.000 Exemplare geschrumpft. Die internationale Weltnaturschutzunion IUCN listet Orang-Utans als vom Aussterben bedrohte Tierart. Sollten sich die Aussagen der Forscher bestätigen, bedeutet das das Ende dieser Art.
Oft leiden die Tiere an Krankheiten wie Tuberkulose oder Hepatitis, mit denen sie sich bei Menschen angesteckt haben. Viele sind von Parasiten befallen. Neuzugänge in den BOS-Rettungsstationen werden zunächst bis drei Monate unter Quarantäne gestellt und in der BOS-eigenen Klinik untersucht, geimpft und tierärztlich behandelt. Manche kommen schwer verletzt zu BOS und müssen anfangs rund um die Uhr medizinisch versorgt werden. Sehr häufig leiden die Tiere auch unter extremen Traumata – zum Beispielweil sie als Babys aus den Armen ihrer Mutter entrissen wurden. In der Regel wurde die Mutter dann kurz vorher vor den Augen ihres Kindes erschossen. Die Babys werden verkauft und als Haustiere völlig artfremd gehalten. Sie können nicht die für ihr Überleben in Freiheit wichtigen Fähigkeiten erlernen. Diese Entwicklung aufzuholen, macht die Rehabilitation in den Schutzzentren zu einem sehr langen Prozess. Neben der medizinischen Betreuung kümmern sich unsere Pflegerinnen und Pfleger fürsorglich um alle Tiere. Allein im Jahr 2025 hat BOS in Zusammenarbeit mit der indonesischen Naturschutzbehörde 30 Orang-Utans aus illegaler Haustierhaltung oder von Palmölplantagen gerettet.
BOS macht Orang-Utans wieder fit für die Freiheit. Im „Waldkindergarten“ und in der „Waldschule“ lernen die Jungtiere alles, was ihnen sonst ihre Mutter beigebracht hätte. Bis zu acht Jahre dauert die Ausbildung eines Orang-Utan-Kindes. Erst dann ist ein Orang-Utan gut vorbereitet für die Auswilderung. Ist ein Orang-Utan gesund und fähig, allein in der Wildnis zu überleben, wird er so schnell wie möglich in die Freiheit entlassen. Hierfür hat BOS die Konzessionen für Schutzgebiete erworben, in denen die Orang-Utans geschützt in ihrer natürlichen Lebensweise leben können. Mehr als 556 Orang-Utans konnten bereits in Schutzgebiete entlassen werden. Wir haben sogar schon Nachwuchs von den ausgewilderten Orang-Utans: 37 Babys sind in Freiheit geboren! Ein toller Erfolg für unsere Arbeit.
In unseren Rettungsstationen werden aktuell 340 Orang-Utans betreut.
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